|
Eine kurze Erklärung zu unserem Namen
Ontologie:
Ontologie (von gr. on = das Seiende und logos = die Lehre; vgl. Entität (engl. entity) von lat. ens = das Seiende) ist die Lehre von dem, was
ist. Historisch war sie der Teil der Metaphysik, der herauszufinden sich vornahm, was wirklich ist im Gegensatz zu dem dem, was nur scheinbar ist. - was grundlegend ist (substantiell) und was nicht
(akzidentiell). Als metaphysische Teildisziplin beschäftigte sich die Ontologie im wesentlichen mit dem Gegensatz von Sein und Schein. Darüber hinaus ist die Ontologie (selbst heute) unmittelbar mit der
Epistemologie (Erkenntnistheorie) verbunden. Wahre Erkenntnis wird dabei gleichgesetzt mit einer Erkenntnis des Wesens der Dinge.
Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Sind unsere Weltbilder
lediglich Erfindungen, oder entspricht ihnen eine äussere Realität? Ist Wahrheitserkenntnis möglich? Wir erkunden die Grenzen unseres Erkenntnisvermögens, die scheinbare Objektivität unserer
Sinneswahrnehmung, die Folgen des Wahrheitsterrorismus und den Zusammenhang von Erkenntnis und Ethik, Sicht und Einsicht.
Es geht um die Frage, was es heißt, daß etwas an sich wirklich
("transzendentes, reales Sein"), für uns wirklich ("immanentes Sein") oder fingiert ist ("ideales Sein"), und schließlich vor allem darum, wie diese Bereiche zusammenhängen.
Wenn wir zugeben, dass man die Kognition ohne Vorverständnis nicht angemessen begreifen kann, und daß dieses Vorverständnis nichts anderes ist als unsere körperliche und gesellschaftliche
Geschichte, lautet die unausweichliche Schlußfolgerung: Der Erkennende und das Erkannte, der Geist und die Welt, bestimmen einander wechselseitig oder entstehen in gegenseitiger Abhängigkeit.
Hermetik:
Die hermetischen Prinzipien bilden eine Ganzheit von 7 Axiomen (= Grundsatz), mit denen Alles erklärt werden kann,
auf das Alles zurückgeführt werden kann. Sie beinhalten, daß das All als "Geist" deklariert, dem Universum als seiner Schöpfung zwangsläufig das Prädikat "geistig" zuweist, daß also
alles Geist und alles geistig ist; daß alles - weil letztlich aus dieser gleichen Wurzel stammend - untereinander Ensprechungen ausweist und daß sich Entsprechungsebenen von der dichtesten Materie bis in
die höchsten Formen reinen Geistes fortlaufend durch das ganze Universum errichten lassen; daß alles in Schwingung und fortlaufender Bewegung ist und daher die Entsprechungsebenen durch ihre jeweilige
Schwingungshöhe voneinander unterscheiden; daß alles seine Polarität, seine Gegensätzlichkeit hat, die aus der gleichen Natur bei unterschiedlichen Schwingungsgraden als etwas relativ Fixierbares
hervortritt; daß alles - seinem Wesen nach ja Schwingendes, also Dynamisches - rhythmischen Gezeiten unterliegt, denen eine kompensatorische Bedeutung innewohnt; daß - durch alle Ebenen hindurch - alles
dem Zusammenhang von Ursache und Wirkung unterworfen ist; und schließlich, daß alles ein bipolares Geschlecht zeigt und darin sein schöpferisches Wesen offenbart.
Jedes irdische oder himmlisches
Objekt birgt ein Geheimnis. Sobald ein Geheimnis enthüllt wird, verweist es auf ein weiteres - bis zu einem letzten Geheimnis fortschreitend. Und doch kann es kein letztes Geheimnis geben. Das höchste
Arkanum der hermetischen Initiation besteht darin, daß alles geheim ist. Daher muß das Geheimnis der Hermetik leer sein; wer nämlich vorgibt, ein Geheimnis zu kennen, ist gar nicht initiiert, sondern
begnügt sich mit einem oberflächlichen Wissen über das kosmische Geheimnis.
Die Spaltung ist der Vater des Gedankens, dem Bewußtsein zerfällt alles in Wahrnehmer und Wahrgenommenes, oder Subjekt
und Phänomen oder Phänomen und Ansichsein des Dinges. Es gibt aber eine europäische Tradition, die weder in ausschließlich monistischer Manier eine Identität zwischen beiden herstellt und eines vom
anderen ableitet, noch die Ur-Dualität als zwei ewig im Widerstreit liegende Reiche einander gegenüberstehen läßt. Dieser europäische Weg der Mitte ist die Hermetik, welcher auch als «europäischer
Taoismus» bezeichnet wurde. Hermetik ist monistisch und dualistisch zugleich, und dieses Bekenntnis zur Widersprüchlichkeit hat sie in den Augen der auf Widerspruchslosigkeit gerichteten Philosophie
disqualifiziert. Hermetik verabsolutiert gar den Widerspruch, indem sie ihn nicht bloß als Differenz zweier unterschiedlicher Identitäten faßt, sondern als Differenz von Differenz und Identität. Dieser
Widerspruch ist formal-logisch nicht lösbar. Ohne ihn aber zu entwirklichen, findet die Hermetik eine Lösung, die eigentlich eine Erlösung ist: Der Mensch muß sich wandeln, neugeboren werden bzw. seine
«Seele» oder «geistigen Leib» erschaffen, wodurch er erst des alldurchdringenden Sinnes oberhalb von Differenz und Identität gewahr werden kann.
In diesem Sinne experimentieren heisst: ausprobieren, heisst mit angemessenen Methoden das Leben erfahren. Der evolutionäre Schritt kann nur
gegangen, nicht gedacht werden......
|