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Mythen, Mysterienbünde und ein paar Unterschiede zur Freimaurerei
Alle Mysteriengemeinschaften und Bünde der verschiedensten Zeiten und Völker standen oder stehen im Bann des Rätsels von Tod und
Auferstehung. So ist der Glaube an eine, mit der irdischen verbundene, unsterbliche Natur im Menschen von Anfang an lebendig. Dieser Unsterblichkeitsgedanke scheint eine Aufgabe die es immerfort zu
lösen gilt. Deshalb können wir Freimaurer auch nicht unsere geistige Verwandtschaft mit den Mysterienkulten der Frühzeit und des Mittelalters ableugnen. Die geistige Art zu leben hat heute noch genau
so viel Gültigkeit wie damals. Hier zu nennen wären Mysterienkulte wie die Eleusinische Mysterien, Pythagoräer, Essäer, Isis- und Osiris- und Mithraskult, um nur einige wichtige anzuführen. Der
größte Einfluß aber kommt aus dem vorderasiatischen Altertum und subjektiviert sich in der Person des Königs Salomo und in seinem Tempelbau, zur Bausymbolik der englischen Werklogen und in die
freimaurerische Gedankenwelt hinein. Weitere Quellgebiete sind die Ideenwelt der Mystik des 13. bis 15. Jahrhunderts sowie der "christlichen Kabbala". Alchimisten, Rosenkreuzer, Illuminaten
und andere setzten die Frühkulte und ihre Traditionen bis heute fort.
Das Heilige und das Profane
Wenn das Heilige so gedeutet wird, daß es das Sein, das Leben, die Wahrheit und der Sinn überhaupt bedeutet, dann bleibt nichts mehr
übrig für das Profane. Das Heilige lässt sich nicht eingrenzen und relativieren. Das Heilige ist absolut. Als etwas Absolutes bleibt das Heilige nicht auf eine Seite einer Unterscheidung beschränkt,
sondern es hat die Tendenz, alles in sich aufzunehmen und alles zu bestimmen, sonst wäre es nicht absolut.
Die Unterscheidung zwischen heilig und profan steht allerdings im Zentrum der
Definition von Religion. Das Wesen des Religiösen finden wir in dem, was wir die "Dialektik" der Hierophanien nennt. Diese besteht darin, daß das Absolute sich in der Welt der
Relativität kundtut und damit gleichzeitig die Differenz und die Beziehung zwischen Absolutem und Relativem, Sein und Nichtsein, Transzendenz und Immanenz, Wahrheit und Illusion, Chaos und Ordnung
stiftet. Somit wird dem Mensch der Kosmos als Ganzes zum ersten Mal bewußt. Ohne diese Grenzziehung zwischen Welt und Nicht-Welt, die in der Welt paradoxerweise vorkommt, könnte die Welt als Welt
nicht erscheinen, d.h. als umgrenztes Ganzes, als Gesamtheit von allem, was ist. Die Differenz erschließt die Identität der Welt. Ohne sie gäbe es die Welt nicht, denn die Welt wäre undifferenziert,
d.h. nicht von irgendetwas anderem unterschieden und somit als das identifizierbar, was sie ist. Am Anfang aller Identitität steht die Differenz.
Das Seiende, worin das Heilige sich in der
Welt offenbart und manifestiert, sei es ein Stein, eine Pflanze, ein Tier, die Sonne oder der Mond, ein Mensch, ein abstrakter Begriff wie das Gute, die Gerechtigkeit, die Vernunft oder sonst etwas,
wird nicht nur durch den Verweis auf das Heilige bestimmt, sondern es bestimmt die Art und Weise wie das Heilige selber erscheinen kann. Das Heilige ist nie an sich, d.h. ohne symbolische Bekleidung,
wahrnehmbar. Symbole aber treten nie allein auf. Sie bilden mit anderen Symbolen eine bestimmte Symbolik. Unter "Symbolik" ist eine allgemeine Struktur oder ein "Archetyp"
gemeint. Beispiele sind die Symbole des Zentrums oder der Sonne, die sich in vielen religiösen Traditionen und auch in säkularen Erzählungen befinden. Die Symbole werden miteinander durch eine
Erzählung verbunden. Diese Erzählung ist Mythos. Der Mythos lebt durch rituelle Darstellungen. Eine Symbolik ist ein komplexer Zusammenhang von Mythen und rituellen Darstellungen.
Das
Verstehen eines Mythos heißt demnach eintreten in eine "Welt", eine Identität, denn Mythen sind ihrem Wesen nach welteröffnend und identitätstiftend. Das Eintreten in eine Welt und die
Erlangung einer neuen Identität aber ist seit jeher als "Bekehrung" (conversio) bezeichnet worden. Falls dies nicht in normalen Sozialisations- und Enkulturationsprozessen geschieht,
bedeutet es eine völlige Wendung oder Kehre der Welt- und Selbstdeutung. Die alte Welt, die möglicherweise eine Sinnkrise ausgelöst hat, wird verlassen und man wird in die neue Welt aufgenommen. Der
Eintritt in die neue Welt vollzieht sich durch eine Einweihung, Initiation, Sozialisation oder durch Erziehung.
Die durch Bekehrung, Einweihung und Sozialisation angenommenen Auffassungen von
Wahrheit, Wert und persönlicher wie auch sozialer Identität, können doch nur durch individuelle Handlungsvollzüge konkret verwirklicht und reproduziert werden. Über die Grenzen von dem was überhaupt
als Wirklichkeit, Wert und Identität gilt, wird nicht wissenschaftlich diskutiert; die Grenzen werden nicht einfach "gesagt", sondern sie werden auch durch bestimmte Handlungen
"gezeigt". Jede kommunikative Handlung hat also, über ihren argumentativen Wert hinaus, eine bezeugende und darstellende Funktion, wodurch die Weltanschauung und die Identiät der
sprechenden Person selbst kommuniziert wird. Es ist nötig, dass der Sprecher sich in jeder Sprechhandlung nicht nur individuell-subjektiv, sondern auch sozial, kulturell und ontologisch oder religiös
identifiziert. Die kommunikativen Handlungen, die den Mythos mitteilen sind nicht nur spachliche Aussagen, sondern belebte Darstellungen von dem, was erzählt wird.
Der Mensch als Myste
verwirklicht sich selbst, wenn er sie aufnimmt und in seinem Verhalten wiederholend und nachahmend vergegenwärtigt. Er stellt die Wirklichkeit am eigenen Leib und im eigenen Leben dar, eine
Wirklichkeit, die sonst nicht "existieren" würde. Der Mythos ist also nicht als blosses Skript aufzufassen, da der Mythos ohne rituelle Verkörperung nicht "verstanden" werden
könnte. Mythos ist Handlungswissen und damit ein untrennbarer Teil rituellen Wissens. Menschliche Handlungen werden demnach erst wirksam und sinnvoll, wenn sie mythische Urbilder nachahmen und
wiederholen. Somit ist die Funktion der Mysterienbünde umrissen.
Das letzte Ziel ist nicht "Rettung", sondern "Seligkeit", und diese bezieht sich auf eine Existenz nach dem
Tode. Wer die Mysterien gesehen hat, dem ist ein besseres Dasein im Jenseits garantiert. Dabei kann das Jenseits ebensowohl als Kontrast zum Diesseits erscheinen wie als seine Projektion. Verbunden
werden beide jedenfalls durch Symbole wie den Zyklus von Saat, Wachstum, Ernte und neue Saat oder durch den Abstieg in die Unterwelt. Schön heisst es bei Sophokles und den eleusinischen Mysterien:
"Dreimal selig sind die, die nach der Schau dieser Weihen in den Hades steigen; ihnen allein ist da unten Leben gegeben. Alle anderen erfahren dort nur Übles".
Was sagt doch Plutarch
über den Zweck der Mysterien? Sie hätten dazu gedient, die Seele vom körperlichen Leben abzuziehen und mit den Göttern zu vereinigen. Und man kann den Umschwung, der im Leben dessen vorging, der die
Mysterienweihen empfing, nicht bedeutungsvoller bezeichnen als mit den Worten, die Ädesius seinem Schüler, dem Kaiser Konstantin sagt: „Wenn du einst an den Mysterien teilnimmst, wirst du dich
schämen, überhaupt nur als Mensch geboren zu sein.”
Blick auf die Freimaurerei
Wie traditionelle Theorien in Ethnologie und Soziologie festgestellt haben, wird die Konstruktion von Gemeinschaft, Gruppensolidarität,
Sozialisation und Identitätsbildung "ritualistisch" durchgeführt. Rituale sind besondere Handlungen, die sich von anderen "normalen" oder "profanen" Handlungen abheben.
Dies schafft besondere Akteure oder Identitäten, die, um diese besonderen Handlungen auszuführen, aus dem Alltagshandeln gleichsam hervortreten. Ritualisiertes Handeln stellt allem Anschein nach
kollektive Repräsentationen (persönliche, soziale und kulturelle Identitäten) dar und verleiht ihnen Wert, Autorität und Wahrheit.
Ohne rituellen Prozess würde der Mensch und die Gesellschaft
die Impulse für Transformation, Erneuerung und Entwicklung nicht konstruktiv aufnehmen können. Wenn Struktur und Anti-Struktur, die einander gegenseitig bedingen und ermöglichen, nicht durch das
Ritual zusammengehalten würden, würde die Gesellschaft entweder in einem Totalitarismus erstarren oder sie würde sich in Anarchie auflösen. Es gäbe entweder eine starre Ordnung eines statischen,
erstickenden Konservatismus oder den destruktiven Wahnsinn der Anarchie. Das Ritual ist also ein uraltes Werkzeug, dessen Funktion es ist, diese zwei entgegengesetzten Kräfte im menschlichen Leben
miteinander zu verbinden, damit Transformation stattfinden kann und nicht bloß Destruktion.
Wir müssen die Loge zunächst als einen besonderen Raum begreifen, als eigene kleine Welt neben der
großen. Das Geheimnis ist die Scheidemauer, die es ermöglicht, daß das Geschehen im Innern nach anderen Regeln als in der Außenwelt abläuft, die Menschen nicht mehr durch die Kluft der sozialer
Etikette und Unterschiede getrennt bleiben, sondern ihre Beziehungen untereinander neu ordnen, selbst gestalten können. Das freimaurerische Geheimnis hatt eine Funktion, es ist aber nicht mit
bestimmten, festgelegten Inhalten verbunden. Die überlieferten Mythen, Rituale und Symbole bleiben schillernd dunkle, rätselhafte Bruchstücke, geheimnisvolle Chiffren. Doch diese Mehrdeutigkeit,
Unbestimmtheit, ja eigentlich Leere im Zentrum ist kein Manko der Freimaurerei, weil sie sich so unmerklich nach Maßgabe der Zeit und des Ortes verändern, den wechselnden Bedürfnissen anpassen
können. Die Ideen der jeweiligen Zeit können in die Freimaurerei einfließen, und zwar unbemerkt: Jeder glaubt, dort vorzufinden, was er zuvor hineingetragen hat. In der Blütezeit der Hochgrade, bis
in die 80er Jahre des 18. Jahrhunderts, geschah das als Ausdeutung der überlieferten Symbole, als Entzifferung der 'Hieroglyphen', wie die Symbole seinerzeit aufgefaßt wurden, später unter
Berufung auf einen mythischen 'Ursprung' der Freimaurerei. Und auch für den einzelnen Freimaurer erfüllt die Unschärfe eine wesentliche Funktion. Die Loge will eine eigene Welt außerhalb der
Welt sein, aber de facto ist sie ein eng begrenzter Raum mitten in der Welt.
Die Loge ist von der Außenwelt getrennt, anders geordnet, aber ihr doch ähnlich, sie steht nicht konträr zur
Außenwelt, sondern bildete ein Komplement, dient der Kompensation. Sie schließt in ihrem Selbstverständnis die Außenwelt aus, aber nicht um sie zu bestreiten, sondern um sie zu ergänzen. Dieser Raum
enthält nichts, was der Welt unbekannt wäre, aber man kann dort Erfahrungen sammeln, die man in der Welt nicht machen kann, Erlebnisse haben, die einem sonst kaum möglich sind. Was in der Außenwelt
bloß eine Idee bleibt oder Sehnsucht einzelner, kann im Innern lebendig, von den Mitgliedern gemeinsam praktiziert und damit Teil ihres Lebens werden. So kann das Dasein in diesem Raum eine
wesentliche Quelle der Identität werden, und man kann sich seine Identität dort in hohem Maße selbst wählen und gestalten.
Ich glaube also, daß die Identität als Freimaurer durchaus ihren
Anfang in der Initiation hat, dann aber wesentlich gespeist wird aus dem Logenalltag, der den Mitgliedern einen gemeinsamer Vorrat an Erlebnissen verschafft, und es ihnen erlaubt, sich im Gespräch
darüber wiederum als Freimaurer zu erfahren. Geselligkeit und Verwaltung sind wesentliche Bestandteile des Logenlebens, sie ermöglichen Erfahrungen, die man sonst so nicht machen kann.
Eine
solch geartete Struktur führt dazu, daß sich eine bestimmte Disposition ausprägt, ein Habitus. Der Habitus bringt wiederum praktische Handlungen und Strategien hervor, die neue Strukturen herstellen.
Aus dieser Perspektive macht demgemäß der freimaurerische Brüderlichkeitskult die Aneignung positiv-bürgerlicher Verhaltensweisen nicht so sehr als einen kognitiven Lernprozeß möglich, sondern wirkt
eher auf eine latente, durch verhaltenspraktische Einübung und Routinisierung jedoch um so alltagswirksamere Art und Weise.
In manchen Ritualen finden wir in der Kammer aufgestellt, ein
merkwürdiges Bild mit dem
Annagramm
V.I.T.R.I.O.L. Dieses Schlüsselwort steht für den lateinischen Spruch: "Vista interiorca Terrae Rectificando invenies Occultum Lapidem" zu Deutsch: "Besuche das innere der Erde und
indem du rektifizierst (klarstellst), wirst du den philosophischen Stein finden"
Diese hermetisch-alchemistische Lehre, die uns hier begegnet, ist eine Herausforderung, uns zunächst nach
innen zu wenden; uns auf die Suche des in uns tief verborgenen Lichtkeimes zu begehen. Wir sollen zunächst nach Selbsterkenntnis streben, den Kern unseres Wesens durchforschen.
Wenn der
menschliche Geist nach Erkenntnis des Wesens und der Zusammenhänge strebt, so muß er allerdings letztlich die Einsicht gewinnen, daß zu seinem Weltbild Metaphysik und Transzendenz gehören müssen. Und
hierin gipfelt die Erkenntnis des Pascal'schen Lehrsatzes, daß das Rätsel "Mensch" nach seiner eigenen Begreiflichkeit sucht, sich selbst als unausschöpfliches Thema, Subjekt und Objekt
zugleich, sich der Welt gegen übersieht.
Ohne das Verständnis der nicht-rationalen Teile des Intruments „Tempelarbeit" gelangt man nicht zum Verständnis des Kerns des freimaurerischen
Weges zum Licht, man versteht nicht den eigentlichen Sinn der Initiation. Unser Weg ist ein initiatischer Weg. Initiation gehört zu den ältesten rituellen Vorgängen, die menschliche Gemeinschaften
entwickelt haben. In den Hochkulturen ist die Initiation zu einem ver-geistigten Ritual und zu einem Weg mit vorwiegend spirituellen Inhalten entwickelt worden.
Wenn wir von Initiation
sprechen, sollten wir sie vom Mystizismus abgrenzen, verstanden als den Versuch der ekstatischen, überschwenglichen, oft phantastischen Vereinigung mit dem Übersinnlichen, wie wir sie ja auch in der
zeitgenössischen Esoterik des New Age finden. Als Kinder der Aufklärung sollten wir auch gegenüber der Transzendenz unseren Verstand behalten und sollten in der Initiation den aufgeklärten Umgang mit
dem Mysterium lernen.
Es geht hier darum, sich von der Sinnesbefangenheit zu lösen. Dieses "Lösen" wird auf dem Pfad der Initiation durch aktive Auseinandersetzung, durch Einsicht
und Erkenntnis angestrebt und nicht durch Rückzug und Meditation, wie dies auf dem Weg der Asketen und Mystiker empfohlen wird.
Anfang des Mittelalters legte Augustinus den Grundsatz aller
religiösen Wahrheit fest, wenn er sagte: "Größer ist die Autorität der heiligen Schriften als alle Fähigkeiten des menschlichen Geistes". Dieses Prinzip, das wir das
"Autoritätsprinzip" nennen können, bleibt Ausgangspunkt und Grund allen Wissens bis in die Neuzeit hinein. In allen wesentlichen Belangen galt es nicht die eigene Erfahrung oder Vernunft zu
befragen, sondern die von allen anerkannten überlieferten Autoritäten. Das Autoritätsprinzip bezieht sich auf jedes Für-Wahr-Halten von Ideen, Meinungen und Vorstellungen, die nicht eigenhändig
empirisch untersucht und bestätigt wurden. Wir orientieren uns heute weitgehend an Wahrheiten, die wir nicht selber verifiziert haben, sondern, die wir von anderen, deren Autorität wir akzeptieren,
übernommen haben.
Ich neige zu der Annahme, dass viele Menschen religiöse Praktiken so ausüben, dass sie dabei unbewusst oder vielleicht sogar bewusst eine Erwartung von dem haben, was sich
als Ergebnis ihrer Praxis, bspw. Des Gebetes, einstellen wird, während bei einem echten agnostischen Ausgangspunkt eine tiefe Akzeptanz des „Ich weiß es nicht“ herrscht, wodurch dann Raum für
die Möglichkeit eines tiefgründigen Hinterfragens geschaffen worden ist. Wirklich über etwas nachzudenken, etwas wirklich zu hinterfragen, zu sagen: „Was ist dies? Wer bin ich?“ –
bedeutet anzuerkennen, dass wir es im Augenblick des Fragens nicht wissen. Wenn wir nämlich irgendeine Art von Antwort kennen würden, wäre die Notwendigkeit für die Frage gar nicht
vorhanden.
Bei der Initiation, wenn die Binde von den Augen abgenommen wird, kommen wir als Suchende zum ersten Mal mit der Bruderkette in Kontakt. Durch dieses symbolischen Handlungen der
gleichsam geschehenden Lichtgebung und Eingliederung in die Bruderkette wird uns eine höchst wichtige Lehre zuteil: "Es gibt kein Licht ohne Liebe"
Licht – Leben und Liebe sind
auf dem Weg der Initiation miteinander verbundene Tugenden, die es zu fördern gilt. Die Freimaurerei ist insofern in erster Linie auf das Diesseits, also das Leben und seine Gestaltung, gerichtet,
denn es gibt keine theoretische Liebe.
Ethos und echte Esoterik werden im Maurerwerk zu einer Einheit verbunden. Diesen beiden Hauptbestrebungen soll das grosse Gebot der Menschenliebe
zugrunde liegen. Die große Liebe ist untrennbar mit geistiger Entwicklung oder menschlicher Ethik verbunden. Esoterik ohne Liebe führt zu Grössenwahn, elitärem Denken und Eigennützigkeit. Ethos ohne
Liebe führt zu Fanatismus und Religionskriege.
Zum Schluß ein Teil eines Gedichtes, verfasst durch den durch Rom seiner Ämter enthobene Theologen Freiherr von Wessenberg (1774-1860)
So
will ich denn mit regem Eifer üben, Was ich für Wahrheit und für Recht erkannt, Will brüderlich die Menschen alle lieben, Am Belt, am Hudson und am GangesStrand. Ihr Leid zu mildern
und ihr Wohl zu mehren Sei jederzeit mein herzlichster Beruf, Durch Taten glaub‘ ich würdig zu verehren Den hohen Geist, der mich und sie erschuf. Und tret‘ ich dann einst
aus des Grabes Tiefen Hin vor des Weltenrichters Angesicht, So wird er meine T a t e n strenge prüfen, Doch meinen Glauben? Nein, das glaub‘ ich nicht!
A.R.
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